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Martina Pinger
20. September 2009
Hallo, ich wollte nicht unter Einwirkung der Unmengen an Adrenalin den üblichen 4Zeiler schicken, darum hab ich 24 Stunden mit dem Eintrag gewartet. Allerdings muss ich erkennen, daß auch heute - nüchtern betrachtet - nichts so ist, wie vor dem Sprung. Die Erinnerung an das Gefühl ist für mich jederzeit abrufbar!Wie kommt man zu euch - wird man bei der Anmeldung gefragt. In meinem Fall eine längere Geschichte. Es begann damit, daß ich meiner Familie und Freunden und Kollegen immer wieder kund tat: Zum 40er wünsch ich mir einen Tandemsprung!Einerseits ein wirklicher Herzenswunsch,aber wenn es dann Tatsache ist, beschleicht einem schnell ein mulmiges Gefühl und es kommen Zweifel am eigenen Mut auf! So war es auch bei mir, als der Gutschein am Tisch lag! Freude aber auch das Bewusstsein - jetzt gibts kein Zurück mehr, jetzt musst du springen... Was soll ich sagen, ich hab die ganze Aktion unter 1000 Vorwänden und Ausreden bis fast ein Jahr später aufgeschoben! Als ich mich endlich aufgerafft habe einen Termin auszumachen, hab ich am Telefon tagelang niemanden erreicht. Ok, dachte ich mir, das ist ein Wink des Schicksals, ich springe nicht! Da ich aber zur Zeit in einer absoluten Umbruchsphase meines Lebens bin, nahm ich all meinen Mut zusammen und machte mir nach einem schriftlichen Erstkontakt telefonisch mit Christian einen Termin aus - ich sah das Ganze jetzt als einen Sprung in mein neues Leben um mein altes freudig zurück zu lassen!!!! Es ergab sich ein wunderbares Datum Samstag 19.09.2009 - um 9 Uhr sind wir gestartet! Einige wenige Familienmitglieder und Freunde wussten von meinem Vorhaben und ich wurde von jedem Einzelnen mehrmals gefragt:Bist du denn nicht aufgeregt? Ich habe das wahrheitsgetreu verneint. Es war mir selber unheimlich, ich spürte keinerlei Beunruhigung oder Aufregung. Es war für mich eine klare Sache - ich springe am Samstag aus dem Flugzeug und werde sicher landen!Ich habe auch die Nacht vorher gut geschlafen und meine 2 Jungs waren am Weg zum Flugplatz total aufgeregt - ich war noch immer total cool. Ich hab mir die Videoanleitung entspannt angeschaut und mich immer wieder über meine innere Ruhe gewundert. Zweifel hatte ich nur, ob ich mir das alles merke, was ich mache soll bzw. nicht darf?!Es geht dann alles sehr schnell aber trotzdem voll kontrolliert - Umziehen - ab ins wunzigkleine Flugzeug - der Ausblick traumhaft schön - jede Menge Zeit für Fragen. Es ist alles irgendwie total unrealistisch, ich fühl mich wie in einem Film. Keine Spur Angst oder gar Panik, ich war irgendwie nicht ich selbst! Der Ausstieg ging so schnell - exit - und man fällt in rasender Geschwindigkeit in Richtung Wolkenmeer umgeben von strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Keine Ahnung wo oben oder unten ist - man gibt die Verantwortung dafür an einen bis vor kurzem unbekannte Menschen ab! Kurz strenge ich mich an, vorschriftsmässig den Videomann am Horizont zu suchen, lächeln ist bei der Geschwindigkeit nahezu unmöglich, stelle ich fest. Viel zu schnell wird der Schirm geöffnet, jetzt hat man das Gefühl im Himmel zu stehen! Alles wirkt unrealistisch - ich fliege - die Luft fühlt sich so gut an. Wir tauchen in die Wolken ein, schweben durch den Nebel - Feuchtigkeit in meinem Gesicht. Der Blick wird klarer, unendliche Weinberge unter uns. Ich schaue kurz nach oben wo die Andere sind, da bekomme ich schon die Aufforderung zur Landeposition. Ich denke nein, daß kann doch noch nicht vorbei sein! Doch wir landen schon auf einem Acker, umgeben von Weingärten in Irgendwo! Auch die 2. Springer kommen sicher auf unserem neu entdeckten Landeplatz hinter uns zu Boden. Im Nachhinein betrachtet, war es sehr angenehm, allein zu 4 in einer herrlichen Landschaft das gerade Erlebte kurz zu Verarbeiten und nicht sofort von neugierigen Begleitern belagert zu werden. Wir wurden bald mit dem Auto abgeholt und sicher zu Abflugplatz zurück gebracht. DANKE Helmut und allen Beteiligten für den Sprung in mein neues Leben! Martina
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