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Nadja Orlet
5. Juli 2009
Wien, 05. Juli 2009Wir sind aus einem FLIEGENDEN FLUGZEUG gesprungen.. .Zu aller erst möchten wir uns ganz herzlich und voller „Fallschirmspringer-Liebeâ€oe bei euch für dieses unvergessliche Erlebnis bedanken!!..dass es danach nie wieder dasselbe sein würde, hätte keiner von uns so richtig gedacht. Dabei fing alles ganz simple an… Wir fünf, Rita, Sibin, Janine, Claudia und ich, Nadja, haben uns am vierten Juli diesen Jahres auf den Weg nach Fromberg zu einem Fallschirmsprung gemacht. Abgesehen davon, dass wir eine Stunde zu spät dran waren, und schon Panik hatten, dass wir nicht mehr Springen dürfen, haben wir den Weg recht gut gefunden. Um uns auf den freien Fall einzustimmen, sind wir mit Claudia´s Caprio über die Autobahn Richtung Fromberg gedüst.. „190Km/h… Fahr noch schneller Claudia! Bald haben wir die Freie-Fall-Geschwindigkeit erreichtâ€oe , wurde im Auto noch herumgescherzt. In Fromberg am Parkplatz angekommen sah die Sache schon ganz anders aus.. langsam fingen die Gedanken an sich zu kreisen.. „ich springe aus einem Flugzeug.. und dieses fliegt… 4500meter über den Boden.. in der Luft.. und ich hänge nur an einem Seil, vertrau mein Leben einem Fremden an… Oha.. wie komm ich nur auf diese Idee?????????â€oe .. aber wir sind weiter gegangen.. immer weiter in Richtung Anmeldung. Die Anmeldung selbst ging ganz einfach, Christian hat uns schon erwartet. =)Als die Anmeldeblätter (oder waren es Testaments?) unterschrieben waren, hieß es, wir sollen uns noch einmal die Nase putzen, die Toiletten aufsuchen und für die Ladys, den Schmuck raus nehmen. Gesagt, getan. „Rita?.. dein Tantemmeister ist Eric, Nadja du springst mit Christian, Janine, ich darf dir Lind vorstellen..â€oe, hörten wir Christian sagen.Eigenartiger Weise, waren uns alle unsere „Flugbegleiterâ€oe auf Anhieb sympathisch.. „jaâ€oe , dachten wir uns, „wenn ich schon aus einen Flugzeug spring, dann mit dir Christian!â€oeJeder Tandemmeister hat seinen Schützling gepackt und wir wurden in Ganzkörperanzüge gesteckt und anschließend mit den Gurten versehen. Eine kurze, aber sehr verständliche Einschulung gabs noch am Boden, und schon hörten wir den Lautsprecher schreien dass wir an der Reihe sind. „OK! … ES GEHT LOS!â€oeWir maschieren, wie Hühner (mit diesen Gurten ist echt nicht gut gehen..) über den Flugplatz Richtung rosa Flugzeug.Es gibt keine Sitze, es ist ein Frachtflugzeug. Wir setzen uns also am Boden, der Tandemmeister immer hinter einem, und warten voller Vorfreude und mit einem etwas mulmigen Gefühl auf den Start.Der Motor geht an.. es wird ein bisschen lauter, aber nicht unangenehm, das Flugzeug fängt an zu rollen.„Ok, es geht los.. ich wollte es ja so.. dieses Feeling kann mir keiner mehr nehmen..â€oe..und das Flugzeug rollt weiter..Dann wird es kurz lauter, das Flugzeug beschleunigt und hebt ab. „jetzt gibt es kein Zurück mehr..â€oeMit uns fünf Tandemspringer waren noch 4 Solospringer im Flieger. Und die sitzen ganz ruhig und relaxt da und warten bis die Maschine die richtige Höhe hat!!!!! 1000meter .. alles ruhig1500meter 2000meter .. huch, erst die Hälfte2500meter3000meter .. ein Blick aus dem Fenster.. und Vorfreude gemischt mit .. .Bei ca. 3500meter über der Erde sprichtmich mein Tandemmeister an und wir gehen nochmal alles durch.4000meter….wir bekommen die Anweisung aufzustehen.4500meter.. die Luke öffnet sich… und WOW .. es ist wahnsinn.. die Erde.. die Landschaft.. man sieht alles.. es ist unbeschreiblich.. und windstill.Die Solospringer grüßen sich mit dem Fallschirmgruß und.. sie sind weg.. einfach gesprungen… es schaut so unreal aus.. mein Gehirn kann es nicht fassen.. weder rational noch auf Gefühlsebene, sie wirbeln durch die Luft und man kann erkennen (oder war es Wunschdenken), sie haben Spaß.„bist du bereit?â€oe, hör ich es in meinen Ohr.. bin ich denn bereit? .. is man für sowas jemals bereit? .. ICH BINS!„jaâ€oe, sag ich und wir gehen gemeinsam zur Luke..Das Gefühl welches ich jetzt spüre kann ich nicht beschreiben. Ich habe keine Angst, ich denk an gar nichts, ich seh die Luft wie eine Art Meer, und es ist egal.. alles ist egal.. aber auf eine sehr positive Art Dinge zu sehen oder eigentlich zu spüren.Und der Sprung..ICH BIN GESPRUNGEN Der freie Fall ist etwas, dass ich jedem Menschen wünsche zu erleben. Dieses Gefühl, man (ICH) rase mit 220km/h der Erde entgegen.. bin ein Teil vom Ganzem.. ich fliege.. es ist unbeschreiblich..Christian tupft mich auf der Schulter an und ich kann meine Arme öffnen, spüre den Wind im meinem Gesicht, sehe alles ganz klar unter mir, doch die Höhe kann ich nicht schätzen, wir kommen der Erde auch nicht näher.. wir fliegen.. wir fliegen wie eins.. zusammen Richtung Erde.. nach dem Prinzip der Schwerkraft.. sowas simples kann ein Gefühl in einem hochrufen, dass ist nicht normal! .. ABER ES IST SUPER ES IST DER WAHNSINN ES IST …. FALLSCHIRMSPRINGEN.. AUS EINEM FLIEGENDEN FLUGZEUG.. Ein kurzer, überhaupt nicht unangenehmer Ruck erfolgt und wir sind aus unserem Bauchflug in eine sitzende Position gerutscht und gleiten nun der Erde entgegen. Auf einmal ist alles ganz still.. der Druck in den Ohren gleicht sich aus und man gleitet..Christian fragt mich ob alles in Ordnung ist.. NATAoeRLICH IST ALLES IN ORDNUNG.. ES GIBT NICHTS DASS NICHT IN ORDNUNG IST.. „stell dich auf meine Füße und ich schnall dich ein bisschen lockererâ€oe.. auf die Füße steigen?.. in der Luft? .. es funktioniert!Noch ein kurzer Ruck und Christian und ich sind in einer gelockerten Position. Ich schätz mal so 10Zentimeter wurde der Gurt gelöst. Jetzt ist alles ganz harmlos.. wir schweben mit einem Fallschirm Richtung Erde.. drehen uns um die eigene Achse, fliegen schneller mal langsamer.. du kannst den Fallschirm ja steuern! Bei ca. 300meter sagt mir Christian, dass er zum Landeanflug ansetzt und ich bitte meine Füsse einwinkeln soll. Bei ca. 30meter soll ich meine Füsse dann gerade ausstrecken.. das Bodenpersonal kommt einem entgegen.. und dann ein kurzes „plumpâ€oe und wir sitzen am Boden.. der erste Gedanke.. ICH WILL NOCHMAL.. los steigen wir ins Flugzeug und springen nocheinmal.. Christian lacht und ich muss ihn umarmen, ich muss meine Gefühle teilen.. das kann ich nicht für mich behalten.. WAHNSINN!Heute, einem Tag nach meinen Sprung bin ich noch immer von einer Zuversicht und einem Gefühl des .. ich kanns nicht beschreiben.. benommen, dass ich jedem Menschen wünsche. Gestern war noch alles sehr unwirklich.. doch heute.. ich seh die Luke, spür die Luft im freien Fall.. seh die Erde im Gleitflug.. die Landung.. die Leute .. der ganze Tag.. das Feeling.. einfach HAMMER.Der Sprung selber.. ich weiß es nicht.. ich muss es nochmal erleben.. diese Gefühl, man kann alles im Leben erreichen.. es hat einen Sinn..es ist………. der freie Fall, der Erde entgegen, AHHHHH Aufjedenfall habe ich gestern meine Leidenschaft entdeckt. Und auch wenn ich noch ein Jahr warten muss.. ich komme wieder! .. und ich werde den Fallschirmschein machen.. es muss so sein, denn es geht nicht mehr anders.Also ihr liebes Fallschirmteam: DANKE, danke für alles und danke für diese neue Sichtweise die Dinge zu sehen. Wir sehen uns wieder =)Viele liebe Fallschirmgrüße aus Wien von Rita Sibin Janine Claudia und mir, Nadja
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